Kantō-Region  |  Hōsei Daigaku Ōhara Shakai Mondai Kenkyūjo

Matsukawa Saiban Kankei Shiryō Korekushon
松川裁判関係資料コレクション

Die Sondersammlung Matsukawa Saiban Kankei Shiryō Korekushon des Ōhara-Forschungsinstituts für soziale Probleme (Ōhara Shakai Mondai Kenkyūjo) der Hōsei Daigaku basiert auf 1.204 Titeln Primär- und Sekundärquellen zum Matsukawa-Fall von 1949. Die Quellen gewähren Einblicke in die japanische Nachkriegsgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Geschichte der Arbeiter- und der Gewerkschaftsbewegung, das heißt sozialer und politischer Bewegungen während und nach der Besatzungszeit in Japan. Die Quellen sind auch medienwissenschaftlich und parteigeschichtlich wertvoll.
Der Matsukawa-Fall ist ein umstrittener und bis heute ungelöster Kriminalfall. Wie beim Shimoyama-Fall und beim Mitaka-Fall im Juli 1949 sollten unliebsame kommunistische Gewerkschaftsführer oder -mitglieder mit Hilfe einer zweifelhaften Beweisführung verurteilt werden. Massenmedien und Regierung haben diese Fälle benutzt, um die Kommunistische Partei Japans zu diskreditieren und ihren Einfluß in der Gewerkschaftsbewegung zurückzudrängen. Im Jahr 1949 wurde die Kokutetsu (Nihon Kokuyū Tetsudō oder auch Japanese National Railways, JNR; seit 1987 JR) gegründet, und im Rahmen von Rationalisierungsmaßnahmen sollten nahezu 100.000 Beschäftigte entlassen werden. Am 17. August 1949 entgleiste wegen Sabotage ein Zug der Kokutetsu zwischen den Bahnhöfen Matsukawa und Kanayagawa in der Präfektur Fukushima, wobei drei Personen des Fahrpersonals tödlich verunglückten. Die Polizei nahm zwanzig kommunistische Gewerkschaftsmitglieder fest. Sie wurden zunächst zu langen Haftstrafen oder zum Tode verurteilt. Schriftsteller und Literaturkritiker wie Hirotsu Kazuo (1891–1968), der die vermeintlichen Saboteure in seinen Werken Izumi e no michi [Der Weg zur Quelle; 1953/54] und Matsukawa saiban [Das Matsukawa-Urteil; 1954–1958] verteidigt hatte, sowie die Unterstützerorganisation zur Untersuchung der Verantwortlichkeiten im Matsukawa-Fall (Matsukawa Jiken no Sekinin Tsuikyū no tame no Zenkoku Renraku Iinkai) sorgten für eine kontinuierliche Öffentlichkeit des Falles. Die Wiederaufnahme vor dem Obersten Zivilgericht in Sendai endete 1961 mit einem Freispruch für alle Angeklagten. Der Oberste Gerichtshof bestätigte das Urteil 1963. Den Prozeßopfern wurde 1970 Schadensersatz zuerkannt. Nachdem die Unterstützerorganisation sich aufgelöst hatte, übergaben die Anwälte der Verteidigung sämtliche Akten und Materialien dem Ōhara Shakai Mondai Kenkyūjo.
Die Sondersammlung ist seit 1971 durch den Katalog Matsukawa saiban to Matsukawa undō ni kansuru shiryō mokuroku bibliographisch erschlossen.

<http://oohara.mt.tama.hosei.ac.jp/own/index.html>

Schlagworte:

Arbeiterbewegung; Hirotsu, Kazuo; Japanische politische Geschichte; Japanische Rechtsgeschichte; Kommunismus; Kommunistische Partei Japans; Matsukawa-Fall; Politische Bewegungen; Politische Geschichte, japanische; Rechtsgeschichte; Rechtsgeschichte, japanische Soziale Bewegungen

Sachgebiete:

Politische Geschichte; Rechtswissenschaft Sozialgeschichte

Bibliothek:

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